Schmerztherapie

Schmerz+ Palliativzentrum Hamburg

SchmerzTherapie

Der Schmerz hat eine Schutz- und Warnfunktion zum Erhalt der Körperintegrität. Der akute Schmerz weist in der Regel auf eine situative Gefährdung des Körpers hin und kann meist gezielt und effektiv behandelt werden. (z.B. Knochenbrüche, Blindarmentzündung, Zahnerkrankungen)

Von chronischen Schmerzen spricht man, wenn der Schmerz diese typische Schutzfunktion verloren hat, und durch sein tägliches oder andauerndes Auftreten über Wochen und Monate zur eigenständigen Krankheit wird. Das kann daran erkennbar sein, dass die "übliche" Zeit zum Heilen einer Wunde, eines Knochenbruches, einer Operation verstrichen ist, ohne dass die Schmerzen nachgelassen haben oder sogar neue Schmerzen hinzugetreten sind.

Bei der Chronifizierung von Schmerzen kann es zu Veränderungen von Nervenzellen im Sinne des "Schmerzgedächtnisses" kommen. Diese veränderten Nervenzellen leiten weiterhin Schmerzimpulse an das Gehirn, obwohl die Schmerzursache bereits beseitigt worden ist, oder es werden Reize, die primär keinen Schmerzreiz darstellen, als Schmerz interpretiert und weitergeleitet.

Es gibt auch Erkrankungen, bei denen die Schmerzen primär chronisch auftreten, wie z.B. bei der Migräne, oder krankheitsbedingt chronisch sind, wie z.B. bei der chronischen Polyarthritis (Rheuma).

1996 haben die ärztlichen Standesorganisationen eine gesonderte Ausbildungsordnung zur Erlangung der Zusatzbezeichnung "Spezielle Schmerztherapie" festgelegt. Diese Qualifikation und weitere Anforderungen der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) zur Ausstattung und Angeboten der Vertragspraxen sind Voraussetzung für die Teilnahme an der sogenannten „Qualitätssicherungsvereinbarung Schmerztherapie“ mit den Krankenkassen zur Behandlung der gesetzlich Versicherten.

Die Qualitäts- und Fortbildungsanforderungen aller unserer Schmerzmediziner werden daher jährlich vom Kompetenzcenter Schmerztherapie der KV-Hamburg durch die Schmerztherapie-Kommission der Nord-KV´n geprüft.

Krankheitsbilder

Wir behandeln alle unten aufgelisteten Schmerzsyndrome.

  • Migräne
  • Kopfschmerzen vom Spannungstyp
  • Clusterkopfschmerzen
  • Medikamenteninduzierter Kopfschmerz
  • Wirbelsäulenbedingter Kopfschmerz
  • Chronisch paroxysmale Hemicranie
  • Gesichtsschmerzen (z.B. nach Zahnbehandlungen)
  • Trigeminusneuralgien
  • Kiefergelenksschmerzen
  • Schulter- Nacken- Arm- Schmerzen
  • Hüftschmerzen
  • Beinschmerzen
  • Kniegelenksschmerzen
  • Fußschmerzen
  • Wirbelsäulenschmerzen (Hals- Brust- Lendenwirbelsäule)
  • Schmerzen bei Bandscheibenschäden
  • Schmerzen nach Bandscheibenoperationen
  • Schmerzen nach Operationen des Bewegungsapparates
  • Schmerzen bei Wirbelkanalstenosen
  • Osteoporoseschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Rheumatisch bedingte Schmerzzustände
  • Schmerzen bei Fibromyalgie
  • Schmerzen nach Schädigung von Nerven ( Unfall, Operationen, Infektionen, Stoffwechselerkrankungen, Medikamente, Schlaganfall)
  • Nach Operationen
  • Bei Entzündungen
  • Bei Tumorerkrankungen
  • Schmerzen, die durch den Tumor oder Metastasen entstehen können
  • Schmerzen, die durch die Behandlung entstehen können
  • (Chemo-Radiotherapie, Operationen)

Therapieangebote

Für viele chronische Schmerzkrankheiten hat sich ein sogenannter multimodaler Therapieansatz inzwischen bewährt. Das bedeutet, dass Schmerz als etwas verstanden wird, das den Menschen in seiner Gesamtheit aus Körper, Seele und Psyche betrifft. Daher wird sich auch jegliche Behandlung auf alle diese drei menschlichen Aspekte beziehen.

Dementsprechend arbeiten wir eng mit Physiotherapeuten und Psychologen sowie den krankheitsspezifischen Fachärzten zusammen. Bevor wir eine Behandlungsstrategie entwickeln können, die Ihrem persönlichen Krankheitsbild, Ihren Erwartungen und Möglichkeiten entspricht, erfolgt eine umfangreiche Anamnese, eine eingehende körperliche Untersuchung, sowie eine vorab durchgeführte Sichtung Ihrer Vorbefunde.Gegebenenfalls müssen auch weitere Untersuchungen angeordnet werden.

Ohne den festen Willen und das aktive Mitmachen der Betroffenen wird aber eine spürbare Verbesserung nur schwer zu erreichen sein.

Die im Folgenden aufgelisteten Leistungen stehen Versicherten aller gesetzlicher Krankenkassen bei entsprechender Indikation zur Verfügung und werden von uns erbracht:

  • Schmerzanamnese
  • Schmerzanalyse
  • Auswertung von Schmerzkalendern und -tagebüchern
  • Pharmakotherapie
  • Infusionsbehandlungen
  • Injektionen
  • Therapeutische Lokal- und Leitungsanästhesie
  • Sympathikusblockaden (auch intravenös)
  • Plexusanäthesien
  • Peridualanästhesien
  • Gelenkblockaden
  • TENS (transcutane elektrische Nervenstimulation)
  • Psychosomatische Grundversorgung
  • Entspannungsverfahren
  • Entzugsbehandlungen

Die folgenden Leistungen sind Selbstzahlerleistungen und werden nach der GOÄ (amtliche Gebührenordnung für Ärzte von 1996) abgerechnet:

  • Akupunktur
  • LASER- Therapie
  • Blutegeltherapie
  • Biofeedback
  • Ernährungsberatung

Schmerzkalender

Hier haben Sie die Möglichkeit, verschiedene Schmerzkalender auf Ihren Computer zu laden:

Bitte beachten Sie, daß alle diese Kalender urheberrechtlich geschützt sind.

Kopfschmerzkalender

Bitte beachten Sie auch unseren Kopfschmerz-Fragebogen auf unserer Download - Seite.

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Schmerzkalender

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Selbsthilfegruppen

Patienten mit chronischen Schmerzen treffen sich seit mehreren Jahren in regelmäßigen Abständen in einer Selbsthilfegruppe, um miteinander zu sprechen, sich auszutauschen, gemeinsame Unternehmungen zu planen, auszugehen, schöne Dinge zu unternehmen.

Die Treffen der Gruppe finden regelmäßig an jedem dritten Montag des Monats im Seminarraum des Schmerzzentrums Hamburg statt.

In der Gruppe kann sich jeder nach seinen Möglichkeiten mit einbringen. Diese Aktivitäten stehen unter dem Motto: »Weg vom Schmerz«.

Die Mitglieder der Gruppe sind auch aktiv, wenn es darum geht, bei öffentlichen Vorträgen und Veranstaltungen zu informieren.